1. Mehrlagenverdrahtung
Die Verdrahtung kann in einer integrierten Schaltung über 80 % der Chipfläche einnehmen, darum wurden Techniken entwickelt, mit denen man die Verdrahtung in mehrere Ebenen übereinander legt. So lässt sich die Summe der Leiterbahnen bei nur einer zusätzlichen Ebene um bis zu 30 % verringern. In einem heutigen Prozessor summieren sich die Leiterbahnen auf mehrere zehn Kilometer Gesamtlänge.
Zwischen den Verdrahtungsebenen sind Isolationsschichten aufgebracht, durch Kontaktöffnungen (VIA, vertical interconnect access) werden die einzelnen Ebenen miteinander verbunden. Gebräuchlich sind heute etwa zehn bis zwanzig Verdrahtungsebenen.
Diese Ebenen sind nicht gleich aufgebaut, sondern nach ihrer Aufgabe gestaffelt:
- Lokale Verdrahtung: Die untersten Ebenen verbinden benachbarte Transistoren über kurze Wege. Sie haben die feinsten Abmessungen, den größten Widerstand je Länge und werden mit den aufwendigsten Lithografieverfahren hergestellt.
- Mittlere Ebenen: Sie verbinden Funktionsblöcke innerhalb des Chips; Breite und Dicke der Leiterbahnen nehmen mit jeder Ebene zu.
- Globale Verdrahtung: Die obersten Ebenen führen Takt und Versorgungsspannung über den ganzen Chip. Sie sind um ein Vielfaches breiter und dicker als die untersten, weil sie große Ströme führen und dabei möglichst wenig Spannung abfallen darf.
Steile Kanten und Stufen müssen entschärft werden, da die Konformität der aufgebrachten Metallisierungen gering ist und somit Engstellen entstehen, die wiederum durch sehr hohe Stromdichten belastet werden. Folge: die Leiterbahnen altern frühzeitig oder reißen ab. Hinzu kommt, dass die Belichtung feiner Strukturen nur eine geringe Schärfentiefe hat und deshalb eine ebene Oberfläche voraussetzt. Um die Kanten bzw. Stufen zu entfernen gibt es mehrere Möglichkeiten zur Planarisierung, die im folgenden erläutert werden.