1. Aluminium und Aluminiumlegierungen
Aluminium und seine Legierungen waren über Jahrzehnte das Standardmaterial für die Verdrahtung auf dem Chip und werden weiterhin dort eingesetzt, wo es nicht auf kleinste Strukturen ankommt: für Bondpads, in der Leistungs- und Analogtechnik und auf unkritischen oberen Ebenen. Aluminium bietet:
- eine gute Haftung auf SiO2 und Zwischenoxiden wie BPSG und PSG,
- eine gute Kontaktierbarkeit bei der Verdrahtung zum Gehäuse (z.B. mit Gold- und Aludrähten),
- einen niedrigen spezifischen Widerstand von 2,7 μΩ·cm für reines Aluminium, bei den üblichen Legierungen mit Silicium und Kupfer etwa 3 μΩ·cm,
- und ist sehr gut in Trockenätzverfahren strukturierbar.
Der letzte Punkt war lange ein entscheidender Vorteil: Aluminium bildet mit Chlor flüchtige Verbindungen und lässt sich deshalb wie jede andere Schicht ganzflächig abscheiden, mit Lack maskieren und ätzen. Genau dieses einfache Verfahren steht bei Kupfer nicht zur Verfügung.
Aluminium erfüllt allerdings die Anforderung an elektrische Belastbarkeit und Korrosionsbeständigkeit nur teilweise. Die folgenden Abschnitte beschreiben die drei Effekte, an denen die Aluminiumtechnik ihre Grenze findet: die Diffusion von Silicium in das Metall, die Elektromigration und das Wachstum von Hügeln. Metalle wie Silber oder Kupfer sind in dieser Hinsicht deutlich besser, lassen sich aber nicht trockenätzen – für sie musste erst ein anderes Strukturierungsverfahren gefunden werden.
