1. Messtechnik
Partikel gehören zu den kritischsten Defektquellen in der Halbleiterfertigung. Bereits ein einzelnes Partikel im Sub-Mikrometerbereich kann, sofern es auf einer aktiven Struktur liegt, zu einem Kurzschluss, einer offenen Leitung oder einem sonstigen elektrischen Defekt führen und damit einen kompletten Chip funktionsunfähig machen. Da moderne Strukturbreiten mittlerweile im einstelligen Nanometerbereich liegen, muss die Kontamination des Wafers mit Partikeln kontinuierlich überwacht werden.
Partikel können aus unterschiedlichsten Quellen stammen: aus der Umgebungsluft des Reinraums, von Anlagenkomponenten (z.B. abgeplatzte Beschichtungen, Dichtungsabrieb), aus Prozessgasen und -chemikalien oder auch vom Wafer selbst (z.B. Kristalldefekte, die an der Oberfläche zutage treten). Um die Ursache eingrenzen zu können und die Reinraumqualität sowie die Anlagenperformance sicherzustellen, werden Wafer nach kritischen Prozessschritten auf ihre Partikelbelastung hin überprüft.
Die gängigste Methode zur Partikeldetektion nutzt, ähnlich wie einige Schichtdickenmessverfahren, die Wechselwirkung von Licht mit der Waferoberfläche. Da Partikel jedoch keine großflächigen, homogenen Schichten bilden, sondern punktuelle Störstellen darstellen, kommt hier nicht die Interferenz oder Polarisation reflektierten Lichts zum Einsatz, sondern die Streuung von Licht an kleinen Objekten.