1. Aufbau: seismische Masse und Federn
Ein MEMS-Beschleunigungssensor misst Beschleunigung, indem er die Trägheit einer kleinen, beweglichen Masse ausnutzt – der sogenannten seismischen Masse (englisch proof mass). Diese Masse ist über dünne, elastische Federstrukturen mit dem umgebenden, feststehenden Substrat verbunden, meist gefertigt im Surface-Micromachining-Verfahren aus derselben Polysilicium-Strukturschicht wie die Masse selbst. Wirkt eine Beschleunigung auf den Sensor, bleibt die Masse aufgrund ihrer Trägheit zunächst zurück, während sich das Gehäuse mitbewegt – die Federn lenken die Masse relativ zum Substrat aus, proportional zur einwirkenden Beschleunigung.
Die Auslenkung selbst ist typischerweise winzig – oft nur einige Nanometer bis wenige Mikrometer –, weshalb sie nicht mechanisch, sondern elektrisch ausgelesen wird.