Ein unbehandelter AlGaN/GaN-HEMT ist normally-on (D-Mode): Ohne Gate-Spannung leitet das 2DEG bereits, was aus Sicherheitsgründen (Fail-safe-Verhalten beim Ausfall der Gate-Ansteuerung) in der Leistungselektronik unerwünscht ist. Echte E-Mode-Bauelemente (normally-off) erreicht man z. B. durch eine p-GaN-Gate-Schicht, die das 2DEG unter dem Gate im Ruhezustand lokal verarmt. Physikalisch beruht das auf einer Verschiebung der Bandkante: Die ionisierten Akzeptoren (meist Magnesium) in der p-GaN-Schicht erzeugen ein eingebautes elektrisches Feld, das die Leitungsbandkante an der AlGaN/GaN-Grenzfläche direkt unter dem Gate über das Fermi-Niveau anhebt – dort fehlen im Ruhezustand freie Elektronen, das 2DEG ist lokal unterbrochen. Außerhalb des Gates, wo keine p-GaN-Schicht liegt, bleibt die Bandkante unterhalb des Fermi-Niveaus und der Kanal existiert dort ungehindert weiter. Erst eine positive Gate-Spannung oberhalb der Schwellspannung drückt die Bandkante lokal wieder unter das Fermi-Niveau und stellt den Kanal her. Eine verbreitete Alternative ist die Kaskodenschaltung: ein normally-on-GaN-HEMT in Serie mit einem niedervoltigen Si-MOSFET, der dem Gesamtbauelement von außen ein normally-off-Verhalten aufprägt.