1. Der SiC-Leistungs-MOSFET
Der SiC-Leistungs-MOSFET übernimmt die planare DMOS-Grundstruktur des Silizium-Pendants (siehe Grundlagen-Kapitel „Der MOSFET"), nutzt aber die viel höhere Durchbruchfeldstärke von SiC, um die Driftzone bei gleicher Sperrspannung deutlich dünner und höher dotiert auszulegen. Konkret bedeutet das: Während ein 1200-V-Si-Bauelement eine Driftzone von mehreren zehn Mikrometern mit vergleichsweise niedriger Dotierung benötigt, kommt ein äquivalentes SiC-Bauelement mit einer nur wenige Mikrometer dicken, deutlich höher dotierten Driftzone aus.
Das senkt den spezifischen Durchlasswiderstand Ron·A um mehr als eine Größenordnung gegenüber einem vergleichbaren Si-MOSFET – bei gleichzeitig höherer zulässiger Sperrspannung (600 V bis über 3,3 kV) und deutlich geringerer Chipfläche pro Ampere. In der Praxis limitiert allerdings nicht die Driftzone allein den Gesamtwiderstand: Der Kanalwiderstand an der SiC/SiO2-Grenzfläche (siehe letzter Absatz dieses Kapitels) sowie der JFET-Widerstand zwischen den p-Wannen tragen bei modernen planaren SiC-MOSFETs einen erheblichen, teils dominierenden Anteil zum Gesamtwiderstand bei – ein Umstand, der die Entwicklung alternativer Zellkonzepte wie des Trench-MOSFETs (siehe unten) maßgeblich vorangetrieben hat. Kommerzielle SiC-MOSFETs decken heute den Bereich von 650 V bis über 3,3 kV ab und haben in vielen Anwendungen den Si-IGBT als Standard-Schaltelement abgelöst.