1. Die-to-Die vs. Wafer-to-Wafer Bonding
Während die 2.5D-Integration Dies nebeneinander anordnet, werden beim echten 3D-Stacking mehrere Dies direkt übereinandergestapelt und über TSVs vertikal verbunden. Zwei grundlegende Fertigungsansätze stehen zur Wahl, die sich vor allem im Zeitpunkt der Vereinzelung unterscheiden:
- Die-to-Die (D2D): Einzelne, bereits vereinzelte und getestete Dies werden übereinandergestapelt. Vorteil: Vor dem Stacking kann jeder Die einzeln auf Funktionsfähigkeit geprüft werden („Known Good Die“), was die Gesamtausbeute des Stapels deutlich verbessert – ein defekter Die wird gar nicht erst verbaut, statt einen ganzen, bereits gestapelten Verbund zu ruinieren.
- Wafer-to-Wafer (W2W): Zwei komplette, unvereinzelte Wafer werden als Ganzes miteinander verbunden und erst danach gemeinsam vereinzelt. Vorteil: Deutlich höherer Durchsatz und Positioniergenauigkeit, da alle Dies eines Wafers in einem einzigen Bond-Schritt gleichzeitig verbunden werden. Nachteil: Ein defekter Die auf einem der beiden Wafer führt zum Ausfall des gesamten gestapelten Bauelements an dieser Position, da keine Vorselektion möglich ist – die Ausbeuteverluste beider Wafer multiplizieren sich gewissermaßen.
Ein hybrider Ansatz, Die-to-Wafer (D2W), kombiniert die Vorteile beider Verfahren: geprüfte Einzeldies werden auf einen kompletten Wafer gestapelt, wodurch die Known-Good-Die-Selektion erhalten bleibt, während zumindest eine Seite des Prozesses den Durchsatzvorteil der Wafer-Ebene nutzt.