1. Disaggregation von SoCs
Ein klassisches System-on-Chip (SoC) integriert sämtliche Funktionsblöcke – CPU-Kerne, GPU, I/O-Controller, Speicherinterfaces – auf einem einzigen monolithischen Die. Der Chiplet-Ansatz zerlegt dieses SoC gezielt in mehrere kleinere, funktional abgegrenzte Dies („Disaggregation“), die anschließend über die bereits behandelten Advanced-Packaging-Verfahren (Interposer, Hybrid Bonding) wieder zu einem funktional zusammenhängenden System zusammengeführt werden.
Diese Zerlegung folgt in der Regel funktionalen Grenzen im Chipdesign, die ohnehin schon vorhanden sind: Rechenkerne, Speichercontroller, I/O-Blöcke und analoge Schaltungen sind im Chipdesign meist bereits als eigenständige, klar abgegrenzte Module (IP-Blöcke) organisiert. Der Chiplet-Ansatz macht diese logische Modularität physisch nutzbar, indem er sie auf separate Dies überträgt.