1. Warum „More Moore“ an Grenzen stößt
Über Jahrzehnte folgte die Halbleiterindustrie dem Mooreschen Gesetz: Alle 18–24 Monate verdoppelte sich die Anzahl der Transistoren pro Chip, primär durch Verkleinerung der Strukturbreiten. Mit Strukturgrößen im einstelligen Nanometerbereich stößt diese Skalierung jedoch an physikalische und ökonomische Grenzen. Leckströme steigen durch Kurzkanaleffekte, die Lithografiekosten pro Belichtungsschritt explodieren (EUV-Anlagen kosten teils über 200 Millionen Euro), und die Ausbeute (Yield) sinkt bei großflächigen monolithischen Chips überproportional, da die Wahrscheinlichkeit eines Defekts mit der Chipfläche wächst.
Gleichzeitig verlangt die Nachfrage nach Rechenleistung – getrieben etwa durch KI-Beschleuniger – nach immer mehr Transistoren pro System. Die Antwort der Industrie liegt zunehmend nicht mehr in kleineren Transistoren, sondern in einer intelligenteren Anordnung und Verbindung mehrerer Chips: Advanced Packaging.