Der Prozess gliedert sich grob in drei Schritte, die sich durch den Zeitpunkt der Via-Erzeugung relativ zur restlichen Fertigung unterscheiden:
- Via-first: Die TSV wird vor der Transistorfertigung in den nackten Wafer geätzt. Dieser Ansatz erlaubt hochtemperaturstabile Füllmaterialien wie polykristallines Silicium, ist aber mit modernen CMOS-Prozessen schwer vereinbar.
- Via-middle: Die TSV entsteht nach der Transistorfertigung (FEOL), aber vor der Metallisierung (BEOL). Dies ist heute der industriell dominante Ansatz, da er die etablierte Transistorfertigung unangetastet lässt.
- Via-last: Die TSV wird erst nach vollständiger Chipfertigung, teils sogar von der Waferrückseite aus, geätzt. Vorteil ist die vollständige Entkopplung von der Vorderseiten-Prozessierung.
Die eigentliche Via wird mittels Deep Reactive Ion Etching (Bosch-Prozess, siehe Trockenätzen-Kapitel) geätzt und erreicht dabei Aspektverhältnisse von 10:1 oder höher – typische Durchmesser liegen bei 5–10 µm, bei Tiefen von 50–100 µm.