Um zu verstehen, wie ein Befehl tatsächlich ausgeführt wird, hilft ein Blick auf drei zentrale Bausteine:
Das Steuerwerk (Control Unit) ist so etwas wie der Dirigent des Prozessors. Es liest den nächsten Befehl aus dem Speicher, erkennt, um welche Art von Operation es sich handelt, und erzeugt daraufhin die passenden elektrischen Steuersignale, die alle anderen Bausteine im richtigen Moment aktivieren – ohne selbst zu rechnen.
Das Rechenwerk (ALU, Arithmetic Logic Unit) ist der Baustein, der tatsächlich rechnet: Addition, Subtraktion, Vergleiche, logische Verknüpfungen (UND, ODER, usw.). Es bekommt vom Steuerwerk gesagt, welche Operation auszuführen ist, und von wo die Eingabewerte kommen.
Register sind winzige, extrem schnelle Speicherzellen direkt im Prozessor – vergleichbar mit einem Notizzettel, auf dem die ALU ihre Zwischenergebnisse ablegt, während sie rechnet. Es gibt nur eine Handvoll davon (typischerweise 16–32), weil sie viel Chipfläche pro Bit benötigen; dafür sind sie um Größenordnungen schneller als jeder andere Speicher im System.
Damit diese Bausteine überhaupt Daten austauschen können, braucht es einen Bus – eine Sammlung elektrischer Leitungen, über die Adressen (wo liegt ein Wert?), Daten (welcher Wert?) und Steuersignale (was soll damit passieren?) zwischen Steuerwerk, Rechenwerk, Registern, Cache und Speicher hin- und hertransportiert werden. Man kann sich den Bus wie eine gemeinsam genutzte Straße vorstellen, auf der zu jedem Zeitpunkt nur eine bestimmte Menge an „Verkehr" (Bits) gleichzeitig fließen kann – seine Breite (z. B. 32 oder 64 Bit) bestimmt, wie viele Daten pro Takt übertragen werden können.
Ein einzelner Befehl durchläuft dabei immer drei Phasen: Fetch (das Steuerwerk holt den nächsten Befehl aus dem Speicher über den Bus), Decode (der Befehl wird interpretiert, das Steuerwerk erkennt die auszuführende Operation) und Execute (die ALU führt die Operation aus, das Ergebnis landet in einem Register oder wird zurück in den Speicher geschrieben).