1. Der tunnelmagnetoresistive Effekt (TMR)
MRAM speichert Information nicht über elektrische Ladung wie DRAM oder Flash, sondern über die magnetische Ausrichtung von Elektronenspins – ein grundlegend anderer physikalischer Speichermechanismus. Grundlage ist der tunnelmagnetoresistive Effekt (TMR), ein quantenmechanisches Phänomen: Zwei ferromagnetische Schichten, getrennt durch eine wenige Atomlagen dünne Isolatorschicht, lassen abhängig von ihrer relativen Magnetisierungsrichtung unterschiedlich viel elektrischen Strom durchtunneln. Elektronen tunneln bevorzugt dann durch die Isolatorschicht, wenn ihre Spin-Ausrichtung mit der Mehrheits-Spinausrichtung in beiden ferromagnetischen Schichten übereinstimmt.
Sind beide Schichten parallel magnetisiert (gleiche Ausrichtung), finden die meisten Elektronen einen passenden Zustand zum Durchtunneln, und der elektrische Widerstand der Zelle ist niedrig. Bei antiparalleler Ausrichtung (entgegengesetzte Magnetisierung) müssen die Elektronen ihren Spin beim Tunneln umkehren, was quantenmechanisch deutlich unwahrscheinlicher ist – der Widerstand steigt spürbar an, typischerweise um 100 bis 200 Prozent gegenüber dem parallelen Zustand (das sogenannte TMR-Verhältnis). Diese zwei klar unterscheidbaren Widerstandszustände codieren die Bits „0“ und „1“ und lassen sich durch einfaches Anlegen einer kleinen Lesespannung zerstörungsfrei auslesen.