1. Grundlagen: Abtastung, Quantisierung, Auflösung
Ein Analog-Digital-Wandler (ADC, Analog-to-Digital Converter) überführt ein zeitkontinuierliches, wertkontinuierliches Signal in eine Folge diskreter Zahlenwerte. Dieser Prozess besteht aus zwei getrennten Schritten: der Abtastung (Sampling) in der Zeit und der Quantisierung der Amplitude.
Nach dem Nyquist-Shannon-Abtasttheorem muss die Abtastfrequenz mindestens doppelt so hoch sein wie die höchste im Signal enthaltene Frequenzkomponente, um das Signal ohne Informationsverlust rekonstruieren zu können. Andernfalls entstehen durch Aliasing nicht mehr unterscheidbare Spiegelfrequenzen – in der Praxis wird dem ADC daher meist ein analoger Anti-Aliasing-Filter vorgeschaltet.
Die Quantisierung rundet den abgetasteten Spannungswert auf den nächstgelegenen von 2N darstellbaren Codes (bei N Bit Auflösung). Die dabei unvermeidliche Differenz ist der Quantisierungsfehler, der sich als Quantisierungsrauschen im Ausgangssignal äußert. Wichtige Kenngrößen zur Bewertung realer Wandler sind SNR (Signal-Rausch-Verhältnis), SFDR (Störfreier Dynamikbereich) und ENOB (Effective Number of Bits) – die tatsächlich nutzbare Auflösung unter Berücksichtigung von Rauschen und Verzerrung.