1. Gemeinsames Funktionsprinzip
Alle Feldeffekttransistoren (FETs) steuern einen leitfähigen Kanal zwischen zwei Anschlüssen (Source und Drain) über ein elektrisches Feld, das von einer dritten Elektrode (Gate) erzeugt wird. Im Gegensatz zum Bipolartransistor, bei dem ein Basisstrom den Kollektorstrom steuert, fließt beim FET praktisch kein Steuerstrom ins Gate – die Steuerung erfolgt rein spannungsgesteuert über die Gate-Source-Spannung VGS. Die drei wichtigsten FET-Familien unterscheiden sich vor allem darin, wie das Gate elektrisch vom Kanal isoliert ist:
- MOSFET (Metal-Oxide-Semiconductor FET): Gate durch eine dünne Oxidschicht (Isolator, z. B. SiO2 oder ein High-k-Dielektrikum) vom Kanal getrennt
- JFET (Junction FET): Gate über einen in Sperrrichtung betriebenen pn-Übergang vom Kanal getrennt
- MESFET (Metal-Semiconductor FET): Gate über einen Schottky-Kontakt (Metall-Halbleiter-Übergang ohne Zwischenschicht) vom Kanal getrennt
Der klassische Aufbau eines MOSFETs wird im Kapitel Aufbau eines n-Kanal-FET ausführlich beschrieben; die beiden anderen Familien werden in den folgenden Kapiteln vertieft.