1. Grundbegriffe der statischen Timing-Analyse
Die statische Timing-Analyse (Static Timing Analysis, STA) prüft, ob ein digitaler Schaltkreis bei einer gegebenen Taktfrequenz zuverlässig arbeitet, ohne die Schaltung wie bei einer Simulation tatsächlich zu betreiben. Dazu wird jeder Pfad zwischen zwei aufeinanderfolgenden Flip-Flops betrachtet: Das sendende Flip-Flop gibt seinen Wert nach der Clock-to-Q-Verzögerung tCQ – je nach Technologie und Zelle typischerweise im Bereich von 20 bis 100 Pikosekunden – an seinem Ausgang aus, der Wert durchläuft anschließend die kombinatorische Logik mit der Verzögerung tLogik, bevor er am Dateneingang des empfangenden Flip-Flops ankommen muss.
Damit das empfangende Flip-Flop den Wert korrekt übernimmt, muss dieser bereits eine bestimmte Zeit vor der aktiven Taktflanke stabil anliegen (Setup-Zeit tsetup, häufig 20 bis 50 ps) und darf sich auch nach der Taktflanke für eine bestimmte Mindestzeit nicht mehr ändern (Hold-Zeit thold, häufig nur wenige Pikosekunden bis etwa 20 ps). Werden diese Zeitfenster verletzt, kann das Flip-Flop in einen metastabilen Zustand geraten, in dem der Ausgang für unbestimmte Zeit zwischen den beiden logischen Pegeln schwankt.