1. Warum Indiumphosphid für die Photonik?
Indiumphosphid (InP) besitzt eine direkte Bandlücke von etwa 1,35 eV, was einer Grenzwellenlänge von rund 920 nm entspricht, und eignet sich damit unmittelbar zur Lichterzeugung und -detektion, im Gegensatz zu Silicium, dessen indirekte Bandlücke eine effiziente Lichtemission verhindert. Durch die gezielte Kombination mit den ternären und quaternären Mischkristallen InGaAs (Bandlücke bei gitterangepasster Zusammensetzung In0,53Ga0,47As etwa 0,75 eV) und InGaAsP, die mit der InP-Gitterkonstante von 5,869 Å gitterangepasst aufgewachsen werden können, lässt sich die Bandlücke und damit die Emissions- beziehungsweise Absorptionswellenlänge über einen weiten Bereich von etwa 0,92 bis 1,65 µm einstellen.
Von besonderer Bedeutung ist dabei die Abdeckung der beiden zentralen Telekommunikationsfenster bei 1,3 µm (minimale chromatische Dispersion in Standard-Singlemode-Fasern) und 1,55 µm (minimale Dämpfung von etwa 0,2 dB/km in Glasfasern). Die Gitteranpassung zwischen InP und den quaternären InGaAsP-Schichten mit einer Fehlanpassung von deutlich unter 0,1 % stellt sicher, dass die Epitaxieschichten nahezu defektfrei aufwachsen, was für die Lebensdauer der Bauelemente entscheidend ist.