1. Das HEMT-Prinzip für Hochfrequenzanwendungen
Der High Electron Mobility Transistor (HEMT) nutzt eine Heterostruktur aus zwei Halbleitern unterschiedlicher Bandlücke, üblicherweise AlGaAs auf GaAs oder AlGaN auf GaN, um an der Grenzfläche ein zweidimensionales Elektronengas (2DEG) zu erzeugen. Da die Elektronen räumlich vom dotierten Donatorgebiet getrennt in einem undotierten Kanal fließen, entfällt die Streuung an ionisierten Störstellen weitgehend, wodurch die Elektronenbeweglichkeit im 2DEG bei Raumtemperatur typischerweise 6000 bis 9000 cm²/Vs erreicht – deutlich mehr als die 400 bis 600 cm²/Vs eines vergleichbaren Silicium-MOSFET-Kanals.
Für Hochfrequenzanwendungen wird meist GaAs als pseudomorpher HEMT (pHEMT) oder als metamorpher HEMT (mHEMT) mit InGaAs-Kanal ausgeführt, da InGaAs mit Beweglichkeiten von 10.000 bis 12.000 cm²/Vs eine noch höhere Elektronenbeweglichkeit als reines GaAs bietet. Kenngrößen wie die Transitfrequenz fT und die maximale Schwingfrequenz fmax liegen bei modernen GaAs-pHEMTs im Bereich von 100 bis 150 GHz, bei hochskalierten InP-HEMTs mit Gatelängen unter 50 nm sind im Labor bereits fT-Werte von über 600 GHz demonstriert worden, wodurch sich diese Bauelemente bis in den Terahertz-nahen Millimeterwellenbereich einsetzen lassen.