1. Zwei Wege vom Schaltungsentwurf zum Silizium
Für die Umsetzung einer digitalen Schaltung in Hardware stehen grundsätzlich zwei Wege zur Verfügung. Ein ASIC (Application-Specific Integrated Circuit) wird für genau eine Anwendung entworfen und in den in früheren Kapiteln beschriebenen Prozessschritten – Fotolithografie, Ätzen, Dotierung, Metallisierung – als Standardzellen-Layout gefertigt; die Funktion liegt nach der Herstellung unveränderlich fest. Ein FPGA (Field-Programmable Gate Array) dagegen besteht aus einem Raster vorgefertigter, aber konfigurierbarer Logikblöcke (typischerweise Lookup-Tables mit wenigen Eingängen, kombiniert mit Flip-Flops) und einem programmierbaren Verbindungsnetzwerk, dessen Funktion erst nach der Fertigung – und im Feld beliebig oft erneut – über ein Konfigurationsbitstream festgelegt wird.
Der grundlegende Unterschied liegt damit im Zeitpunkt der Festlegung: Beim ASIC ist die Verdrahtung physisch in Metalllagen gegossen, beim FPGA wird sie elektronisch nachgebildet – mit entsprechenden Kompromissen bei Fläche, Geschwindigkeit und Leistungsaufnahme.