1. Allgemeiner Aufbau und Funktionsweise
Die DRAM-Speicherzelle: 1 Transistor, 1 Kondensator
Eine DRAM-Zelle (Dynamic Random Access Memory) speichert ein einzelnes Bit als elektrische Ladung auf einem Kondensator. Ein Zugriffstransistor verbindet diesen Kondensator bei Bedarf mit der Bitline – ist der Transistor gesperrt, bleibt die Ladung isoliert und das Bit gespeichert; wird er über die Wordline leitend geschaltet, kann die Ladung ausgelesen oder neu geschrieben werden. Diese Zweierkombination aus einem Transistor und einem Kondensator wird als 1T1C-Zelle bezeichnet und ist mit Abstand die flächeneffizienteste Möglichkeit, ein Bit zu speichern – deutlich kompakter als die sechs Transistoren einer SRAM-Zelle, dafür jedoch mit einer entscheidenden Einschränkung: Die gespeicherte Ladung fließt über Leckströme langsam ab und muss periodisch alle paar Millisekunden aufgefrischt werden, daher der Name „dynamisch".
Die Herausforderung beim Zellenentwurf ist rein geometrisch: Ein Kondensator braucht Fläche, um genügend Ladung für ein zuverlässig auslesbares Signal zu speichern – typischerweise im Bereich einiger Femtofarad. Mit jedem neuen Technologieknoten schrumpft die verfügbare Zellfläche jedoch weiter, während die nötige Kapazität nahezu konstant bleibt. Die Fertigungsindustrie hat dieses Problem auf zwei grundlegend verschiedene Weisen gelöst.
Zwei Wege zum selben Ziel: Stack versus Trench
Der Stapel-Kondensator (Stack-Kondensator, dominant bei Samsung, SK Hynix und Micron) baut die benötigte Fläche vertikal oberhalb des Zugriffstransistors auf: Zylindrische oder kronenförmige Elektrodenstrukturen türmen sich über der Waferoberfläche auf und können bei Bedarf – innerhalb der Grenzen der Lithografie und Ätztechnik – nahezu beliebig hoch werden.
Der Trench-Kondensator (Graben-Kondensator, historisch von IBM entwickelt und u. a. bei Infineon/Qimonda eingesetzt) verlagert dieselbe Fläche stattdessen nach unten: Ein tiefer, schmaler Graben wird mehrere Mikrometer in das Substrat geätzt, und die Kondensatorelektroden liegen als konzentrische Zylinderflächen an dessen Wänden. Der große Vorteil dieses Ansatzes liegt in der Prozessreihenfolge: Der Graben – der aufwendigste und kritischste Teil der Fertigung – entsteht bereits vor dem Zugriffstransistor, wodurch der Transistor selbst am Ende einer nahezu ebenen Waferoberfläche gefertigt wird, ohne die hohen Stufen eines fertigen Stapel-Kondensators überwinden zu müssen.
Das folgende Diagramm stellt beide Bauformen im Querschnitt gegenüber, bevor die folgenden Abschnitte den vollständigen Trench-Prozess Schritt für Schritt aufbauen.