Indiens Vorstoß in die Halbleiterfertigung verlagert nun auch die vorgelagerte Materialversorgung ins Land. Laut DigiTimes sichert sich Linde Land in Sanand, während sich in der Region um Gujarat parallel eine Reihe weiterer Zulieferer positioniert. Im Fokus stehen dabei industrielle Gase, Nasschemikalien und Photoresists, also Materialien, die für Fertigungs- und Verpackungsprozesse in den künftigen Werken benötigt werden.
Auslöser ist der Aufbau von Tata Electronics’ Dholera-Fab sowie ein Cluster von Packaging-Anlagen in Sanand. Die Meldung beschreibt, dass sich Lieferanten aus den USA, Japan und Südkorea in unmittelbarer Nähe ihrer zukünftigen Kunden absichern wollen. Damit rückt nicht nur die Chipproduktion selbst, sondern auch die zugehörige Materiallogistik in Gujarat näher an den Entstehungsort der Fabriken.
Bemerkenswert ist, dass sich der Trend nicht auf einzelne Produkte beschränkt, sondern die gesamte Materialschicht der Lieferkette betrifft. Gerade bei industriellen Gasen, Nasschemikalien und Photoresists ist der Standort in Kundennähe ein zentraler Faktor, wenn neue Kapazitäten hochgezogen werden. Die Nachricht zeigt, dass der indische Aufbau der Halbleiterindustrie bereits im Vorfeld Investitionen entlang der Versorgungskette auslöst.
Für die geplanten Fabriken und Packaging-Linien in Dholera und Sanand entsteht damit ein lokales Ökosystem aus Material- und Prozesszulieferern. Der Schritt von Linde steht exemplarisch für diese Lokalisierung: Die Versorgung mit kritischen Inputs wird dort aufgebaut, wo die neuen Fertigungslinien entstehen sollen.