1. Der Mensch als Kontaminationsquelle
Die Halbleiterfertigung stellt außergewöhnlich hohe Anforderungen an die Sauberkeit der Umgebung. Dabei ist der Mensch selbst eine der wichtigsten Kontaminationsquellen im Reinraum. Hautschuppen, Haare, Fasern der Kleidung und kleinste Partikel von Schuhen werden bei jeder Bewegung an die Umgebung abgegeben. Hinzu kommen Hautfette, Schweiß, Kosmetika und andere organische Substanzen. Für Strukturen moderner Halbleiterbauelemente können bereits Verunreinigungen problematisch sein, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.
Der Reinraumanzug soll deshalb in erster Linie das Produkt vor dem Menschen schützen. Er bildet eine Barriere zwischen Körper und Reinraum und hält einen großen Teil der vom Menschen erzeugten Partikel zurück. Ein Reinraumanzug ist allerdings nicht automatisch eine persönliche Schutzausrüstung gegen Prozesschemikalien. Beim Arbeiten mit Säuren, Laugen, Lösemitteln oder anderen gefährlichen Stoffen können zusätzlich Schutzbrille, Gesichtsschutz, chemikalienbeständige Handschuhe oder eine Schutzschürze erforderlich sein.
Auch die Zahl der Personen im Reinraum wird möglichst gering gehalten. Jeder zusätzliche Mitarbeiter erhöht die Partikelbelastung und bringt Wärme in den Raum ein, die wiederum von der Klimatisierung abgeführt werden muss. Deshalb erhalten normalerweise nur geschulte und für den jeweiligen Bereich freigegebene Personen Zugang.