Noak sammelt 5 Millionen Euro für die Industrialisierung von Perowskit-Silizium-Tandemzellen

30. Oktober 2026

Noak sammelt 5 Millionen Euro für die Industrialisierung von Perowskit-Silizium-Tandemzellen

Bild: ChatGPT

Der neue Spin-off Noak von imec und UHasselt hat 5 Millionen Euro eingeworben, um die nächste Generation von Solarzellen auf Basis von Perowskit-Silizium-Tandems zu industrialisieren. Die Seed-Runde wurde von Helios Foundation, Nuhma und V2HFin getragen und soll den Übergang zu einer europäischen Fertigung beschleunigen.

Technisch setzt Noak auf eine Perowskit-Schicht, die mit proprietären chemischen Zusammensetzungen und skalierbaren Abscheideverfahren aufgebaut wird. Das Unternehmen stützt sich dabei auf ein IP1. image placement2. Internet protocolSchnittstellen- oder Kommunikationskonzept für die Übertragung von Daten zwischen Geräten und Systemen.3. Intellectual PropertyIm Halbleiterkontext bezeichnet IP lizenzierbare Technologieblöcke für die Integration in Chips oder SoCs.-Portfolio von imec und UHasselt sowie auf mehr als ein Jahrzehnt Forschung aus IUMAT und dem EnergyVille-Umfeld.

Das Tandemkonzept adressiert die Effizienzgrenze klassischer Siliziumzellen, die sich laut Projektangaben bei etwa 27 bis 28 Prozent einpendelt. In Kombination mit Perowskit sollen Tandemzellen Conversion-Effizienzen von 30 bis 35 Prozent erreichen, weil sie ein breiteres Spektrum des Sonnenlichts nutzen.

Eine zentrale Hürde bleibt die Langzeitstabilität unter realen Bedingungen. Noak verweist dafür auf fünf Jahre Freilandbetrieb an mehr als 10 Teststandorten auf drei Kontinenten. Die erfassten Bedingungen reichen von starker Sonneneinstrahlung und heftigen Regenfällen bis zu extremer Hitze und Minusgraden in Asien, Europa und Nordamerika.

Ergänzt wird die Zellarchitektur durch eine proprietäre 3D-gewobene Rückkontakt-Folie. Sie führt die elektrischen Verbindungen auf die Zellrückseite, macht Frontmetallisierung überflüssig und reduziert damit Verschattungsverluste. Zugleich soll sie den Materialeinsatz senken und das Recycling am Ende der Modullebensdauer vereinfachen.

Die Tandemzellen können außerdem in kleinere Teilzellen zerlegt werden, die in Serie und parallel verschaltet werden. Diese Tile-Architektur soll Designspielraum eröffnen und den Einsatz von Metall weiter reduzieren. Noak betont zudem ein auf Zirkularität ausgerichtetes Zell- und Modulkonzept mit „design for disassembly“ und „debonding on demand“ sowie die geplante Nutzung zertifiziert recycelter Metalle in der Lieferkette.

Die frische Finanzierung soll die Entwicklung mit der bestehenden Infrastruktur in EnergyVille in Genk beschleunigen und die Vorbereitung auf Gigawatt-Fertigungspartnerschaften unterstützen. Damit rückt ein industrieller Pfad für Perowskit-Silizium-Tandems näher, der hohe Effizienz, geringeren Rohstoffeinsatz und verbesserte Skalierbarkeit verbinden soll.

Quelle: imec

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